Der Chefredakteur der Philosophie-Zeitung „Hohe Luft“, Thomas Vasek, hat im Manager Magazin online eine wirkliche Kampfschrift für den Stil verfasst. Stil ist für ihn nicht nur eine äußere Form des Handelns, sondern entspringt einer inneren Haltung und hat damit eine ethische Komponente. Dass das Manager Magazin diesem Beitrag viel Raum gibt, der Xing-Newsletter ihn heute an erste Stelle gesetzt hat, zeigt eine weitere kritische Auseinandersetzung mit der oft stilfreien Zone im heutigen Führungsgebaren. Gerade dort, wo das Verhalten gegenüber Menschen und zu sich selbst in alltäglicher Schleife gravierenden Impact hat, ist die innere stilvolle Haltung keine grundlegende und damit geforderte sowie geförderte Kompetenz.

Hier meine Lieblingsstellen für die Eiligen:

„Guter Stil ist mehr als eine Art, sich zu kleiden oder zu geben. Es ist eine Frage der Haltung. Es geht um Anstand, Respekt und Würde.“

„Man könnte sogar sagen, es handle sich (bei Stil) um einen „fetten“ Begriff, weil er ästhetische und ethisch-moralische Wertungen gleichermaßen einschließt. Mit anderen Worten: Stil verbindet unsere Lebenswelt mit dem Schönen und Guten, also mit der äußeren Form sowie der Frage, wie wir selbst leben und wie wir andere behandeln sollen.“ (In der Philosophie gibt es „dicke Begriffe“: „Dicke“ ethische Begriffe wurden von dem britischen Moralphilosophen Bernard Williams (1929-2003) in die philosophische Debatte eingeführt. Ein „dicker“ Begriff hat eine deskriptive und eine normative (wertende) Komponente.)

Schlechter Stil kann Menschen demütigen. (…) Von gutem Stil fordern wir ein gewisses Maß an Achtung und Respekt gegenüber anderen.“

„Guter Stil erfordert aber nicht nur Respekt für andere, sondern auch die Achtung der eigenen Würde. Indem wir unseren Stil kultivieren, erschaffen wir auch unser Selbst. (…) Indem wir die Form wichtig nehmen, zeigen wir auch, dass uns der Inhalt wichtig ist. Darin liegt die tiefere, ethische Dimension von scheinbar reinen Geschmacksfragen wie Wohnungseinrichtung oder Kleidung.“

„Aber er fühlt sich keinen starren Regeln verpflichtet, sondern nur anderen Menschen und sich selbst.“

Und für die Neugierigen geht es hier zum Artikel von Thomas Vasek. Und da stellt sich dann die Frage, warum Führung nicht mit dem Guten und Schönen zu verbinden sein sollte. Denn unter ihr können super Teams, erfolgreiche Projekte und echte Innovationen entstehen. Darum ist die innere Haltung der wichtige Ansatz in der Führungskräfte-Entwicklung.